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Internetplagiate und sonstige “tolle” Ideen

In den letzten paar Wochen habe ich mich immer wieder durch die Blogs dieser Welt gelesen, um zu eruieren, welche Themen denn in diesen aufgenommen werden. Mehr zufällig als wirklich gewollt bin ich auf den Blog von “Biine” (http://biine.wordpress.com) gestossen – den anscheinend sehr viele meiner SchülerInnen gefunden haben. Der Blog an sich ist wenig aussagekräftig, man erfährt nicht einmal, wer eigentlich hinter diesem steht. Was für meine SchülerInnen allerdings sehr interessant war – und auch ihren Surfgewohnheiten entspricht – war die Buchbesprechung zu “Jugend ohne Gott”, die auf dieser Seite zur Verfügung gestellt wird.

Unreflektierte Verwendung von Internetmaterial
Wie viele Male ich nun in den Lernjobs der SchülerInnen auf Biines Personenschaubild gestossen bin, kann ich schon gar nicht mehr sagen. Ich bin allerdings immer wieder verwundert, wie unreflektiert SchülerInnen Aussagen aus dem Internet aufnehmen und dann im extremsten Fall als ihre eigenen aufnehmen. Eigentlich wird den SchülerInnen ja zumindest in den Fächern IKA und Deutsch immer wieder vermittelt, dass im Internet jede Person alles posten kann. Wie viele Male ich meine SchülerInnen darauf hingewiesen habe, dass sie zuerst prüfen sollen, wer den hinter einer Internetseite steht, kann ich schon gar nicht mehr sagen. Dazu bin ich überzeugt, dass dies auch immer wieder in anderen Fächern aufgenommen wird und es ihnen ja eigentlich klar sein sollte.

Umgang mit Plagiaten
Trotzdem scheint das Internet mittlerweile für SchülerInnen die Nummer eins zu sein, um irgendwelche Lernjobs zu erledigen – Hauptsache sie finden etwas, egal, wer denn das eigentlich geschrieben hat. Im extremsten Fall läuft dies sogar auf ein vollständiges Plagiat heraus – was mir nun in diesen Ferien zum ersten Mal in die Hände geriet. Einer meiner Schüler hat sich nicht einmal die Mühe gemacht, die im Internet gefundene Interpretation einer Kurzgeschichte, die er als selbstständige Arbeit verfassen musste, umzuschreiben, so dass es mir wenigstens schwerer gefallen wäre, sein Plagiat zu erkennen. Grundsätzlich wissen wir LehrerInnen ja spätestens nach einem halben Jahr, wie ein Schüler schreibt und welche Formulierungen wir von ihnen erwarten können – und welche eben nicht. Aber anscheinend gibt es immer noch solche Schüler, die nicht einmal dies uns zutrauen…

Plagiatfinder – mein bester Freund…
Grundsätzlich denke ich, dass Lehrpersonen alle selbstständigen Arbeiten durch einen Plagiatfinder prüfen lassen müssen – was ich allerdings auch schon traurig finde. Uns steht dieser gratis zur Verfügung und bringt innerhalb kürzester Zeit ein durchaus brauchbares Resultat. Das weitaus schwierigere finde ich dann allerdings den Umgang mit einem Schüler, der sich nun eines nachgewiesenen Plagiats schuldig gemacht hat. Es ist zwar klar geregelt, dass dies einen sofortigen Verweis nach sich zieht, bzw. den Schüler direkt 250 Franken kostet und er zum entsprechenden Prorektor bestellt wird – so weit unsere Regelung. Dies ist allerdings nur die eine Seite der Medaille – die andere Seite ist diese, dass dieser Schüler ja weiterhin in meiner Klasse sitzt und nun bestimmt nicht zu meinen Lieblingsschülern avancieren wird…

Internet versus eigene Gedanken
Eine andere traurige Internetgeschichte ist mir bei den Korrekturen ebenfalls begegnet: Eine Schülerin war bei ihrer eigenen Interpretation der “Anekdote zur Senkung der Arbeitsmoral” von Heinrich Böll auf dem richtigen Weg – hat sich dann allerdings doch des Internets bedient und ist dort auf eine sehr absurde Interpretation gestossen. Diese hat sie dann korrekt in ihrer Arbeit zitiert und auch vermerkt, dass diese sich zwar sehr von ihren eigenen Gedanken unterscheidet, sich dann aber doch durch die “Hoheit des Internets” auf die falsche Fährte locken lassen. Denn wenn es im Internet steht, muss dies doch viel richtiger sein, als die eigenen Gedanken…

Unterrichtsfach Internetkompetenz
Ich bin ja überhaupt keine Gegnerin des Internets, auch ich bin bei Details oft froh über Wikipedia, das mir schnell einen Überblick verschafft, wenn ich feststelle, dass ich auf einem Gebiet nicht ganz so sattelfest bin, wie ich es gerne wäre. Oder liebe ich es auch, mir einfach auf Wikipedia zu verlieren und dich verschiedenen Links weiterzuverfolgen – so weit, dass ich am Schluss nicht mehr weiss, was ich eigentlich am Anfang gesucht habe. Schlussendlich hat das Internet sicherlich mehr Gutes für die SchülerInnen und auch LehrerInnen gebracht. Ich könnte mir schon gar nicht mehr vorstellen, wie ich Unterrichten würde, wenn ich nicht immer wieder auf Youtube, Wikipedia, Moodle, Doodle und Co. zugreifen könnte. Die grosse Herausforderung wird es allerdings sein, dass wir die SchülerInnen auch dazu bringen, das Internet positiv zu nutzen und sich immmer wieder bewusst zu sein, dass nicht alles im Internet gleich besser ist, als das, was sie sich in ihren eigenen Köpfen zurecht gelegt haben.

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Eine kleine Empirie – mein Blogging-Empire

Wie zu erwarten wurde ich nach meinem Aufruf von letzter Woche, Rückmeldungen zum BloggerInnen-Verhalten zu posten, von Antworten überschwemmt – Null. Immerhin erlaubt das Spionagetool von WordPress zu schauen, ob überhaupt jemals jemand auf meinen Blog zugegriffen hat: Sage und schreibe hatte ich heute ein absolutes Hoch mit 4 (!) Klicks auf meinen Blog. Auch der Nikolaustag hat mir ein grosses mediales Interesse von 3 Klicks verschafft. Insgesamt komme ich so auf ein Publikum von sagenhaften 8 Personen, die meinen Blog – wohl mehr zufällig denn wirklich interessiert – verfolgen.

Ich bleibe auf jeden Fall dran und werde in meinem Blog weiterhin das Bloggerverhalten unter die Lupe nehmen.

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Wer liest eigentlich Blogs?

Grundsätzlich bin ich ja jemand, der gerne liest und schreibt. Beim Thema „Bloggen“ habe ich mich bisher allerdings immer gefragt, wer denn eigentlich solche Blogs liest. Schliesslich bin ich weder eine Person des öffentlichen Interesses, noch führe ich ein sonderlich interessantes Leben, welches so ausschweifend ist, dass es jemanden wirklich so fesseln könnte, dass er womöglich wöchentliche Updates zu meiner Person verfolgt.

Blogger = Exhibitionisten?

Einfacher zu beantworten ist wahrscheinlich zuerst die Frage, wer solche Blogs schreibt: Bei mir ist dies sehr schnell zu beantworten – ich schreibe diesen Blog nicht wirklich freiwillig. Ein gewisses exhibitionistisches Bedürfnis meinerseits muss zwar schon dahinter stecken, sonst würde ich für mein LiNK-Modul wohl eine andere Aufgabe wählen. In erster Linie steckt hinter meinem Blog also mal das Bedürfnis, eine Zusatzaufgabe zu bewältigen, um ein Modul zu bestehen. Andererseits schreibe ich gerne – dies ist also eine Aufgabe, die mir entspricht. Ich frage mich allerdings schon, ob mir dann tatsächlich in regelmässigen Abständen etwas Kreatives einfallen wird.

Diejenigen, die freiwillig Bloggen, scheinen aber wohl doch ein sehr grosses Bedürfnis zu haben, ihr spannendes (oder vielleicht doch eher unspannendes?) Leben einem grossen Publikum mitzuteilen. PolitikerInnen versuchen damit Wählerstimmen zu ergattern, Stars wollen ihre Fans bei Laune und bei der Stange halten – aber wen interessiert eigentlich das Leben von Herrn oder Frau 0815?

Bloggende Politiker und Stars

Womit wir wieder bei der Ausgangsfrage wären: Wer liest eigentlich solche Blogs? PolitikerInnenblogs werden nach meinen Erfahrungen wohl eher weniger gelesen, ausser dieser hat eine wirklich wesentliche Position inne, wie es unser bloggende Ex-Bundesrat Moritz Leuenberger hat. Dies könnte tatsächlich von Interesse sein – aber wohl in erster Linie für JournalistInnen. Hat aber der 0815-Mensch überhaupt Zeit, sich diese Blogs regelmässig anzuschauen? Wohl eher kaum. Dann verfolgt dieser schon lieber einen Blog von Lady Gaga, um dann am nächsten Tag in der Pause mit den anderen mitreden zu können oder einen Wissensvorsprung zu besitzen. Anscheinend gibt es ja auch Leute, die alle ihre Stars auf Twitter verfolgen… Wem’s denn gefällt.

Blogleser = Spanner?

Wer aber liest denn nun eigentlich einen Blog wie den meinen? Sind dies irgendwelche Leute, die ich kenne und mich ausspionieren? Spanner? Sind dies Menschen, die sich unendlich langweilen? Menschen ohne Leben? Oder solche, die aufgrund eines Auftrags dazu gezwungen werden, meinen Blog zu verfolgen? Also, liebe Blogleserin, lieber Blogleser. Jetzt ist es an der Zeit, Dich zu outen. Betreiben wir doch eine kleine empirische Untersuchung: Schreibe einen Kommentar zu meinem Blog – und sei es auch nur ein „Hallo“ mit einem Stichwort, weshalb gerade Du Dich auf meinen Blog verirrt hast. Dann werden wir vielleicht schon bald mehr über das „BlogleserInnen-Herz“ wissen.