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Genial altbacken

In diesem Blogeintrag möchte ich eine Kolumne teilen, indem ich sie hier hineinstelle und “Genial altbacken” nicht den Link teile – da dieser nicht zu teilen ist, da Bezahlzeitung. Bei dieser Gelegenheit: Ist es eigentlich erst eine Verletzung des Copyrights, wenn ein Schriftstück kommerziell weiterverwendet wird? Bin ich nun auch eine Plagiererin (oder wie lautet das Nomen für eine Frau, die sich eines fremden Schriftstücks bedient?)?

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Schule
Genial altbacken
von Lucien Scherrer / Weltwoche 1/2013

Moderne Unterrichtsmethoden sind besser. Aber nur in der Theorie.

Wenn ein Lehrer vor der Klasse steht und alle Schülern gleichzeitig erklärt, wie der Satz des Pythagoras funktioniert, so nennt man das heute abschätzig: Frontalunterricht. Der Klassenunterricht, wie er eigentlich heisst, steht bei “progressiven” Bildungstheoretikern etwa so hoch in Kurs wie das Feldschiessen oder das Konkurrenzdenken. Die Schüler, so ihre Kritik, würden nach dem Giesskannenprinzip mit Wissen gefüttert und so zu unselbstständigen Konsumenten erzogen. Zeitgemässer Unterricht hat gemäss “moderner” Lehre nach dem Lustprinzip zu funktionieren: Der Lehrer ist eine Art “Coach” im Hintergrund, die Kinder bestimmen selbst, was sie gerade lernen wollen. In der Praxis sieht das etwa so aus: Fritzli übt Pantomime, Heidi löst Rechenaufgaben, Abdul hat gerade keine Lust auf Lernen und erholt sich auf dem Klassensofa. “Schülerzentrierter Unterricht” oder “selbstgesteuertes Lernen” nennt man das, und selbstverständlich ist für dessen Anhänger klar, dass dieses Prinzip dem altbackenen Frontalunterricht haushoch überlegen ist.

Von positiven Effekten keine Rede

Wissenschaftlich belegen liess sich das bisher allerdings nicht, im Gegenteil. “Frontalunterricht macht klug”, titelte die Frankfurter Allgemeine Zeitung kürzlich. Die Zeitung stützt sich auf die Arbeit “Is Traditional Teaching Really all that bad?”, die der Münchner Wissenschaftler Guido Schwerdt 2011 veröffentlichte. Da es für Deutschland kaum Datenmaterial gibt, wertete Schwerdt grossangelegte Schülerbefragungen und -tests aus den USA aus. Dabei zeigte sich, dass Schüler, die nach traditionellen Methoden unterricht wurden, in Wissenstests signifikant besser abschnitten als jene, die sich selbstgesteuert bildeten.
Von einem positiven Effekt der neuen Methoden, so Schwerts Fazit, könne keine Rede sein. Natülich lassen sich die Verhältnisse in den USA nicht 1:1 auf Deutschland oder die Schweiz übertragen. Doch wer sich hierzulande bei Lehrern, Schülern und Eltern umhört, die mit selbstgesteuerten Expertinnen konfrontiert sind, ist über das Ergebnis der Studie kaum überrascht. In der Praxis sind schwache und mittelmässige Schüler mit der grossen Freiheit überfordert, die Motivation sinkt. Die Beförworter konstruktivistischer Theorien haben sich bisher darauf beschränkt, ihre Überlegenheit philosophisch zu begründen. Dabei wäre es eigentlich an ihnen, wissenschaftliche Beweise zu liefern.

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Folgende Gedanken gehen mir zu diesem Artikel durch den Kopf:

A) Wenn die Lehrperson gut ist, ist die Methode zweitrangig.

B) Natürlich will gerade “Abdul” nichts machen, sondern einfach nur “chillen”…

C) Hat je jemand davon gesprochen, dass es überhaupt keinen Frontalunterricht mehr geben soll?

D) Kann man die US-Schulen tatsächlich mit Schweizer Schulen vergleichen?

E) Sind Wissenstests nicht gerade in den USA an der Tagesordnung?

F) Hat man auch getestet, wie lange das Wissen den Schülerinnen und Schülern nach dem Test noch geblieben ist?

G) Können nicht gerade schwache Schülerinnen und Schülern bei Lernaufträgen durch Fleiss eine gute Note herausholen?
Fleiss -> gute Note -> gesteigerte Motivation -> bessere Schülerinnen und Schüler