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Mehrwert von Tablets im Unterricht?

Bisher habe ich ja meist sehr positiv über IT-Produkte und deren Einsatz im Unterricht geschrieben. Nun aber mal zu einem Thema, das ich nun schon länger verfolge, weil es auch das grosse Thema an meiner Schule ist: Tablet-Klassen. Der grosse Hype begann ja schon vor mehr als zehn Jahren: Laptop-Klassen! Das ist jetzt das ganz neue,  tolle, es macht alles besser, Unterricht ist dann sofort super und mega!

Eine Studie aus dem Jahr 2002 besagt Folgendes:

Studie: Laptop verbessert Lernqualität in Schulklassen
Gütersloh (epd). Der Unterricht mit dem Laptop verbessert nach einer neuen Studie der Bertelsmann Stiftung die Qualität des Lernens. «Insgesamt lässt sich eine Verbesserung der Leistungen in Laptop-Klassen feststellen», sagte Stiftungs-Sprecherin Ingrid Hamm am Montag in Gütersloh. Die Untersuchung in Zusammenarbeit mit einem Gütersloher Gymnasium habe auch gezeigt, dass die Fähigkeit der Schüler im Umgang mit Computern deutlich gestiegen sei. Vor allem Mädchen hätten dabei aufgeholt.

Nach Angaben der Stiftung ist die Studie die erste systematische Auswertung in Deutschland von Notebook-gestütztem Unterricht über mehrere Jahre. Das Projekt begann im Februar 1999 am Evangelisch Stiftischen Gymnasium. In drei siebten Klassen erhielten etwa 400 Schülerinnen und Schüler einen Laptop, um in der Schule und zu Hause multimedial zu lernen. Die Parallelklassen arbeiteten ohne Notebooks. Begleitet wurde das Projekt vom Medien-Forschungszentrum der Freien Universität Berlin.

Schüler und Lehrer berichteten, dass durch die Laptops das Lernen interessanter und anschaulicher wurde. Weiterhin wirkte sich der Unterricht mit den Laptops positiv auf das kooperative Lernen aus. So erzielten die Schüler bessere Ergebnisse im Fach Deutsch und beim Problemlösen in Mathematik. (http://www.ekd.de/aktuell_presse/news_2002_11_25_1_pc_lernqualitaet_schule.html)

Es finden sich schon ein paar Studien, die belegen, dass sich Laptops positiv auf den Unterricht auswirken. Aber ich finde selten das “Wie?” und kaum das “Was?”. Inwiefern wirkt es sich positiv aus? Sind die SchülerInnen und Schüler jetzt einfach motivierter, da sie von der Schule oder von den Eltern einen Laptop gestellt bekommen haben und diesen immer dabei haben dürfen? Anreiz durch Materielles? Ja, klar, das funktioniert, das wissen wir, da sind wir alle geneigt dazu, motiviert zu werden.

Was mich aber als Lehrperson viel mehr interessieren würde, ist, was wird denn genau mit den Laptops oder den Tablets gemacht? Was denn genau? Sind die SchülerInnen einfach am recherchieren? So wird das meistens verkauft. Da bin ich dann aber dazu geneigt zu sagen, dass dann die Iphones reichen – kann man auch super recherchieren… Bei den Laptops kann man schreiben, ja. Kann man auf Papier auch. Muss ich jetzt nicht unbedingt einen Laptop dafür haben – sehe ich jetzt nicht den direkten Mehrwert. Kann ich alles auch auf “Altmodisch” haben.

Manchmal bin ich dazu geneigt, diese Tablet- und Laptop-Hysterie auch als reines Schulmarketing zu sehen: Wer das hat, kriegt die besseren SchülerInnen, hat mehr Ansehen und ist grundsätzlich die bessere Schule. Nach dem Motto: Ich habe mir nun Qualität mit Laptops gekauft. Das allein reicht, um Qualität herzustellen, da brauche ich keine guten Lehrpersonen. Setz einer Lehrperson eine Tablet-Klasse vor die Nase und sie wird auch gleich guten Unterricht machen.

So kommen mir diese Aussagen langsam vor: Aber, wer ohne Tablet und ohne Laptop eine Klasse nicht unterrichten kann, der kann dies wohl auch mit Tablet und mit Laptop nicht. Schlussendlich steht und fällt das Ganze doch nach wie vor mit der Lehrperson. Ist sie interessiert, neugierig und fantasievoll? Dann wird sie auch mit Tablets und Laptops einen Mehrwert schaffen. Ist sie dies nicht, wird ihr das ganze technische Zeugs nichts bringen…

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Photoshopping extrem

Hugh Grant Original   Hugh Grant Original_bearbeitet

Hugh Grant mal völlig anders.

Was Photoshop alles kann, wenn man’s kann, sieht man ja in jedem Modeheft. Allerdings musste ich bei meinem eigenen Experiment feststellen, damit es gut wird, muss man es wirklich können und für ein gelungenes Resultat viel Zeit investieren. Bei meinem Resultat ging’s mir weniger um Realismus, sondern mehr um Dadaismus.

Zum Abschluss noch ein Bild aus dem WWW, eines aus einer Reihe von Bildern, die mir in der letzten Zeit sehr oft begegnen: junger Herr mit viiiiiiiiieeeeeeel Muskeln.

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Das perfekte Schulhaus

In den nächsten fünf Jahren wird es mich ereilen und ich muss mit meinen Klassen und meinem Schulhaus für zwei Jahre umziehen. Eigentlich hatte ich mir dies bereits gedacht, bevor die Meldung nun definitiv von oben kam: Es ist ein Bau aus den 70er-Jahren, der damals vielleicht modern und schön war, heute aber eben mehr dem entspricht, was man sich unter einem Bau aus den 70er-Jahren vorstellt.

Erfreulicherweise dürfen wir Lehrpersonen uns nun auch daran beteiligen, uns ein perfektes neues Schulhaus vorzustellen (Inwiefern das dann auch tatsächlich umgesetzt wird oder umgesetzt werden kann, sei mal dahingestellt). Vorstellungen habe ich natürlich viele – vor allem teure:

 1. Grössere Schulzimmer
Was mich schon lange stört, sind die Schulzimmer, die für heutige Bedürfnisse einfach zu klein sind. Wie oft bin ich beim Herumwandeln im Schulzimmer schon fast über die Taschen meiner Schülerinnen und Schüler gestolpert? In den maximal dreissig quadratmetergrossen Schulzimmern müssen meist 23 Schülerinnen und Schüler Platz finden, manchmal sogar bis zu 25. Das ergibt dann knapp einen Quadratmeter pro Schüler oder Schülerin. Wir können uns also kaum bewegen. So ist dann auch die Bestuhlung althergebracht: vier Zweiertische hintereinander und dies in dreifacher paralleler Ausführung – also insgesamt 24 Tische in diesem kleinen Raum exklusive meinem Lehrerinnenpult. Ein Umstellen der Tische ist kaum möglich.
Somit wäre mein erster Wunsch ein Schulzimmer, dass mindestens noch zehn Quadratmeter grösser ist und in dem die Tische auch nicht in dieser konventionellen Kolonnenstruktur angeordnet werden müssen.

 2. Regale für die Taschen
Die grösseren Schulzimmer würden es dann sogar erlauben, dass die Taschen der Schülerinnen und Schüler ein eigenes Regal hätten, das im Schulzimmer installiert werden könnte. Somit erübrigte sich auch das mühsame „Legen Sie ihr Mobiltelefon in ihre Tasche“, das ich schon bald mantraartig vor mir her beten muss. Somit wäre klar, dass alles, ausser der für den Unterricht nötigen Utensilien in den Taschen bleibt und somit auch das Mobiltelefon.

 3. Medienboard
In jedem Schulzimmer müsste ein Medienboard installiert sein, im besten Fall mit jeweils immer 24 funktionstüchtigen Laptops, die jederzeit im Unterricht eingesetzt werden könnten. Somit entfällt das Reservieren eines separaten Informatikzimmers oder das Herumschleppen eines Laptopswagens. Die Laptops sind immer griffbereit und es kann auch spontan darauf zugegriffen werden.

4. LehrerInneninfrastruktur
Mit der Infrastruktur bin ich bereits jetzt schon fast zufrieden. Das einzige, was sich anbieten würde, wäre noch eine multimediale Wandtafel, wo das Tafelbild jeweils gespeichert werden könnte, um so eventuell in der nächsten Stunde dieses wieder zu projizieren und weiterzuentwickeln. Beamer, Laptop und ein Projektor der neusten Generation ergänzen diese. Damit wäre ich bereits zufrieden, denn mit einem guten Laptop kann sowohl eine CD oder eine DVD abgespielt werden.

5. Zusätzliche Teamarbeitsplätze
Auf alle fünf Schulzimmer sollte ein Raum in derselben Grösse kommen, wo Teamarbeitsplätze eingerichtet sind. So können grosse Klassen auch mal geteilt werden, beziehungsweise die Schülerinnen und Schüler haben neben dem herkömmlichen Schulzimmer noch einen weiteren Raum, wo sie an ihren Projekten arbeiten können.

Durch die veränderte Art des Unterrichtens wird es wohl je länger desto nötiger sein, auch die Infrastruktur der Schulhäuser dem Unterricht anzupassen. Die Frage wird nur sein, ob die Bevölkerung bereit ist, so viel Geld in die Bildung zu investieren…

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Webfail – die neue Zeitfressmethode

Wer kennt es nicht – Ostern ist entspannend teilweise bis hin zur absoluten Langweile? Eigentlich ein schönes Gefühl, kannte ich Langeweile schon lange nicht mehr. Es treibt einen dann auch auf ganz kuriose Seiten, wo man sich stundenlang verlustieren kann: http://de.webfail.com. Wer mal so richtig Zeit in Unsinniges stecken will, der ist auf dieser Seite bestens aufgehoben:

  • Fotos aus aller Welt: von Kuriosem aus Russland zu Kinder- und Tierfotos
  • Iphone-Nachrichten mit wirrem Inhalt
  • Facebook-Posts und vor allem deren Antworten darauf

Man bekommt einen richtig guten Einblick in die Abgründe der Facebook- und Iphone-Welt und vor allem hat man schlagartig einige Stunden seines Lebens erfolgreich hinter sich gebracht.

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Facebook – Sinn und Unsinn

In letzter Zeit häufen sich die Kolumnen, Glossen und Zeitungsartikel auf meinen Bildschirm zum Thema “Social Networks” und darunter vor allem zu Facebook. Wissenschaftler stellen fest: Facebook fördert Neid und Eifersucht. Wissenschaftler stellen fest: Facebook verbindet und schafft eine ganz neue (noch unbekannte) Dimension. Es scheint so, als hätte die Wissenschaft Social Networks als Forschungsgegenstand entdeckt und wolle jetzt (endlich) untersuchen, ob dies uns hilft oder schadet. Eigentlich erstaunlich, denn so neu sind diese Netzwerke ja auch wieder nicht. Dass es zehn Jahre dauert, bis sich die Wissenschaft dem annimmt, ist ja dann wieder mehr als erstaunlich.

So beschäftigt sich auch Joachim Müller-Jung in seiner FAZ-Glosse mit dem Thema Facebook (http://www.faz.net/aktuell/wissen/forschung-politik/glosse-netzversagen-der-feind-12033735.html). Er kommt zum Ergebnis, dass ein Drittel der Facebook-Nutzer frustriert ist, wenn sie sehen, was ihre virtuellen Freunde posten. Wenn ich auf meinem Facebook-Account schaue, gehöre ich zwar nicht zu denjenigen, die frustriert sind, aber es hat schon etwas. Kaum jemand meiner Freunde postet “Langweiliges”: Sie sind in den Ferien, machen tolle Bilder mit tollen Freunden, hören sich Konzerte an, zeigen ihre hübschen, lächelnden und zufriedenen Kinder samt Grosseltern… Auf meinem Account passiert weder Langweiliges noch Schreckliches: nur Bilder von einer perfekten Welt. Eigentlich aber auch nicht verwunderlich, denn die Frage einer Schülerin auf meine Feststellung war ja wirklich nur zu entlarvend: “Würden denn Sie etwas Langweiliges oder Schreckliches posten?” Ja, sie hat recht. Wir wollen die Umwelt ja nicht mit unseren Abgründen volltexten. Und wenn dies jemand macht, wird dies in der schönen, heilen Facebook-Welt auch schnell verdrängt. Mitleidheischende Posts wie “Mir geht es so schlecht, ich habe meinen Fuss verstaucht” werden wohl beim ersten Mal noch mitleidsvoll beantwortet, häufen sich diese allerdings schon bald wöchentlich – zuerst der Fuss, dann der Kopf, dann der Bauch, dann wer weiss, was alles weh tun kann – nerven diese Facebook-Userinnen (ja, es sind meistens Frauen) doch sehr und werden ignoriert.

Andererseits offenbart dieses Verhalten genau dies, was ich an den Social (=Sozial…) Networks hasse: eine gewisse Oberflächlichkeit. Man teilt das Schöne, das Hässliche will niemand wissen. Das interessiert auch keinen. Dasselbe breitet sich in extremerer Form auf What’s App aus. Immer wieder sehe ich auf den Iphones meiner SchülerInnen gehaltvolle Whats App-Nachrichten von “Freunden” mit dem Inhalt “Huhu” oder “Hey”. Ich frage mich dann, was würde ich jetzt auf eine solche Interjektion antworten? “Yo”, “hehe” oder doch “Bambam”? Unterrichte ich zukünftig im Fach Deutsch nur nochInterjektionen? Ich würde mich wohl bei einer solchen Nachricht kaum dazu verpflichtet fühlen, überhaupt zu antworten. Denn was will mir der Schreibende eigentlich mitteilen? Aber vielleicht müsste man das Fach “Interjektionen” doch einführen, dass auch wir älteren Generationen auf eine Nachricht mit dem Inhalt “Huhu” die richtige Antwort-Interjektion kennen…

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Das moderne Schulzimmer – ein Werbeblog

Unsere Schule will sich modernisieren – als erstes muss nun das antiquierteste aller Geräte daran glauben – der Hellraumprojektor. Natürlich – wie es in einem grossen Kollegium üblich ist – ist der Aufschrei gross, dass dieses doch selbst geliebte Gerät entsorgt werden soll. Meine Begeisterung für dieses Gerät hielt sich immer schwer in Grenzen, schon aufgrund der Überlegung:

Lösungen mit einem Blatt abdecken beim Zeigen (dann wird die gesamte Projektionsfläche dunkel) oder
alle Lösungen sofort zeigen (dann hören die Schülerinnen und Schüler nicht mehr zu und schreiben nur die Lösungen ab).

Deshalb hat es mich nun auch nicht schwer getroffen, dass dieses Gerät bald aus den Schulzimmer verbannt werden soll. Das letzte und seit langer Zeit erste Mal, das ich dieses  Gerät benutzt habe, hat sich direkt das Lämpchen verabschiedet – somit nur weg mit diesem Gerät.

Freundlicherweise wird uns nicht einfach nur ein Gerät weggenommen, sondern auch ein neues gegeben: Entsprechend der momentanen Umfrage wird es ein Visualizer von WolfVision. Und damit werde ich meinen Werbeblog starten: ein wirklich tolles Gerät. Wer sich darüber informieren will findet ein Werbevideo unter folgendem Link Visualizer.

Ich bin nicht sehr werbegläubig, dieses Video zeigt allerdings wirklich die Vorteile eines solchen Geräts. Es kann ganz normal wie vorher ein Hellraumprojektor verwendet werden, statt der Folien gibt es einfach Papierblätter, die direkt beschrieben werden können. Für mich allerdings noch nicht ein Grund, direkt in Begeisterung auszubrechen. Was mich wirklich überzeugt hat, war mein eigener Test und zwar live mit zwei Klassen. In unseren Vorlesungsräumen sind diese Gerät nämlich schon installiert und da ich an einem Abend zwei Klassen gleichzeitig unterrichten musste, habe ich einen Vorlesungssaal reserviert und mich mit dem Gerät vertraut machen können. Der Visualizer ist direkt mit dem Beamer gekoppelt, kann also direkt an diese Stelle projiziert werden, wo auch DVDs oder der Laptop projiziert werden. Somit hat man immer ein perfektes Bild und muss nicht mühevoll den Hellraumprojektor dort hinstellen, wo man es dann einigermassen sehen kann. Es ist immer bereits richtig.

Das weitere Positive ist die Möglichkeit einfach alles direkt unter dem Visualizer zeigen zu können – im Film wird das unter anderem mit einem Turnschuh demonstriert. Und es funktioniert auch bestens mit einem Duden. Ich musste in meinen Lektionen mit dem Visualizer nicht mehr mühevoll sagen, auf welcher Seite man etwas findet und es dann mündlich vortragen, sondern ich konnte den Duden einfach an der richtigen Stelle aufschlagen, zoomen und alle haben gesehen, wovon ich spreche. Einfach eine perfekte Sache.

Auch für den Literaturunterricht freue ich mich sehr auf diese Geräte. Ich muss nicht mehr mühevoll mit Seiten/Zeilenangaben arbeiten, sondern kann die wichtige Textstelle unter den Visualizer legen und alle sehen sofort, wovon ich spreche.

Ich freue mich auf diese Geräte, auch wenn sie eigentlich nur ein Ersatz für den Hellraumprojektor sind. Für mich ist das ein erster guter Schritt zu einem modernen Schulzimmer und bietet mir sehr viele neue Möglichkeiten, meinen Schülerinnen den Schulstoff zu visualisieren.

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Youbeltubel

Meine Schülerinnen müssen gerade Präsentation zu verschiedenen Textsorten vorbereiten und dabei selbstständig einen Text finden, den sie dann passend zur zugelosten Textsorte vorstellen und analysieren müssen. Die Gruppe Kolumne hat mich dabei gerade mit einer passenden Kolumne zum Thema youtube überrascht. Auch wenn diese vom Klamauk-Komiker Peach Weber ist, finde ich, dass diese durchaus ihren wahren Kern hat. Deshalb soll sie auch in meinem Blog erscheinen:

YOUBELTUBEL!

Autor: Peach Weber

Ist Ihnen das Internet auch verleidet? Mir schon. Das heisst, ich muss zugeben, das Internet ist genial, wenn man etwas suchen will. Will man aber etwas finden, ist es nahezu unbrauchbar.

Vielleicht müsste man bei Google zuerst einen vierzehntägigen Kurs machen, wie man verhindern kann, dass auf ein Stichwort zwar 4.4 Mio Treffer angezeigt werden, die ersten 1.2 Mio Treffer aber nutzlos sind. Klar, wenn ich eingebe “Ameise mit zwei hellgrünen Pantöffelchen”, dann kommen nur wenige Treffer, aber dieses Thema interessiert mich nur selten. Ich habe sogar etwas gefunden zum Stichwort: “Ins Gläsli furzen”.

Letzthin war es mir aber eine grosse Hilfe. Ich suchte nach einem Text und den Noten eines alten Hits. Ich fand ihn tatsächlich und suchte nach einem Buch, in welchem das Stück abgedruckt ist. Ich fand es wirklich, das Titelblatt kam mir seltsam bekannt vor und ich dachte plötzlich: Das Buch habe ich doch! Ich fand es in meinem Büchergestell.

Das war faszinierend: Mit Hilfe des weltweiten Internets fand ich, per Google-Hupf, nach Durchforsten von Millionen von Webseiten das Buch, welches bei mir zuhause stand.

Oder wir stellen unser Profil weltweit ins Netz und merken dann nach einem Jahr, dass von all den Millarden Usern sich definitiv für uns doch keine Sau interessiert.

Wir haben auf Fratzebook 1267 Freunde, von denen aber auch gar keiner an unsere Beerdigung kommen wird. Wir arbeiten jeden Tag eine Stunde an unserem Profil im Netz, und gleichzeitig haben wir persönlich immer weniger Profil.

Wohlverstanden, ich finde diese neuen Möglichkeiten nicht schlecht, sie bringen aber nicht grundsätzlich mehr Lebensqualität und man darf sie nicht allzu ernst nehmen.

Was man aber dringend ernst nehmen müsste, ist die Tatsache, dass das Internet eine Art tolerierter, rechtsfreier Raum ist. Das wundert mich schon lange. Da schauen wir alle zu und sind nicht fähig, irgendwelche Grenzen zu setzen. Und dieser rechtsfreie Raum ist problemlos zugänglich für Kinder.

Wir stellen ihnen ein Internet vor die Nase, das zur Hälfte aus Schrott und zu einem Viertel aus Schweinereien besteht. Wir lassen es einfach laufen und checken nicht, dass die Kinder, ohne böse Absicht, da mit zwei Klicks von einem herzigen “Häschen mit Rüebli” zu einem “Hasen mit einem gewaltigen Rüebli” kommen können.

Ich fordere keineswegs eine strikte Zensur, aber einfach zuschauen und laufen lassen, das ist nicht Freiheit sondern Feigheit.

Das wird auch auf längere Sicht eine Abstumpfung erzeugen, die uns noch grosse Probleme bereiten wird.

Ich weiss heute über Twitter nach zwei Sekunden alles über George Clooney. Wo er gerade ist, und welches Model ihm gerade die letzte Nespresso-Kapsel weggefressen hat. Wenn der Nachbar aber tot in der Wohnung liegt, merke ich es erst nach drei Wochen.

Ist das die Folge unserer 360°-Panorama-Langeweile, in der Kriegs- und Katastrophenbilder nur noch der Unterhaltung dienen, der Belustigung?

Zeugen immer mehr Leute keine Kinder mehr, weil es so mühsam ist? Wäre es anders, wenn es Kinder zum Runterladen gäbe? Und, statt sie in die Schule zu schicken, jeden Monat ein Update drauf!

Zurück zum Thema: Wir sind so gleichgültig dem Internet gegenüber. Jeder Idiot kann jeden Schrott ins Netz stellen und dort bleibt es dann, in Festplatten gemeisselt.

Im Internet gefunden: Der Amerikaner Steven Gabbit sitzt jeden Tag zwischen 11.00 und 11.30 vor einer Selbstschussanlage mit Live-Webcam. Das Gewehr zielt auf seinen Kopf, es kann ausgelöst werden dadurch, dass 2 Millionen User gleichzeitig einen Button drücken, dann würde Steven Gabbit erschossen. Steven meinte dazu: Ich wollte mich schon seit drei Jahren umbringen, hatte aber den Mut nicht. Erst diese Idee hat meinem Leben wieder Sinn gegeben, der Nervenkitzel und die Aufmerksamkeit……….

Bisher war die höchste Anzahl der abgegebenen Klicks 134’500, es werden aber täglich mehr. Schauen sie doch unter http://www.youkillmyself.com und sie werden sehen, dass es …. noch erfunden ist, aber ich wette, es wird kommen…..